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Noël

Noël
Foto: Dörte Fiedler


Introducing: Noël

Noël kam irgendwann Anfang der Neunzigerjahre nach Ostberlin. Ich weiß noch, dass wir uns das erste Mal auf der Geburtstagsfeier einer gemeinsamen Freundin begegnet sind. Kurze Zeit später stieg er als Schlagzeuger bei „Mina Drugstore“ ein, aus denen später die Band Mina hervorging. Das war damals so eine Art Kiezband, die Instrumentalmusik spielte auf Hinterhofparties in Mitte. Als „Tourbus“ diente ein wunderschöner, orangenfarbener Robur (mit dem wir es leider nie weiter als bis nach Mecklenburg geschafft haben).

Noël hat damals schon ab und zu eigene Songs gesungen; aber meistens allein, wenn er dachte, dass niemand ihn hört. 1998 ging er dann für ein Austauschsemester nach Paris, eigentlich um dort Geschichte zu studieren. Er konnte aber überhaupt kein Wort Französisch, und an der Sorbonne hat man ihn, glaube ich, eher selten gesehen. Statt dessen rief er mich irgendwann in Berlin an und fragte, ob ich ihm nicht eine Gitarre und ein Vierspurgerät vorbeibringen könnte. Die folgenden Monate hat er dann damit verbracht, Kassetten mit eigenen Songs aufzunehmen, die er als eine Art Tagebuch nach Berlin schickte. Ziemlich schöne Sachen, die wie frühe Beatles-Demos klangen, mit mehrstimmigen Gesang und so.

Diese frühen Kassetten kursierten eine Weile unter Freunden. Schon damals hat Jens Alder, der zu der Zeit gerade unsere erste Contriva-Platte auf seinem Label Lok-Musik herausbrachte, Interesse angemeldet. Trotzdem vergingen dann noch Jahre, in denen gar nichts passierte – außer, dass Noël an seiner Magisterarbeit schrieb.

Im letzten Jahr hat er sich dann aber doch irgendwie zusammengerauft. Das ist vor allem der Verdienst von Sören Schrader, der bei Gaston Vibraphon spielt. Sören, der außerdem noch alle möglichen anderen Instrumente beherrscht, hat Noël dabei geholfen, seine Songs zu arrangieren und aufzunehmen. Außerdem haben auch die Leute von Contriva, bei denen Noël im letzten Jahr Schlagzeug gespielt hat, hier und da mitgemacht.

Vor einiger Zeit haben Noël und Sören auf einer Party von Freunden ihre Songs erstmals live vorgespielt. Ich weiß noch, dass Erlend Oye auch da war und den Song „Marvin Greselda Reads“ ziemlich gut fand. Außerdem schlug er vor, die beiden sollten sich als Band „Echoes of Alaska“ nennen. Aber daraus ist dann doch nichts geworden...

Jetzt ist die Platte, die „Wrong Places“ heißt, jedenfalls fertig. Noël lässt sein Baby endlich los – vermutlich immer noch schweren Herzens. Ich bin ziemlich gerührt, wenn ich diese Songs, von denen ich einige schon sehr lange kenne, jetzt auf Platte höre.
Ich wünsche Noël und seiner Musik von ganzem Herzen alles Gute ...

Rike Schuberty (Contriva)


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